Die Hauptstadt Antananarivo erlebt seit dem 25. September anhaltende Proteste der Generation Z (GenZ). Auslöser sind Strom- und Wasserausfälle sowie der grosse Unmut über die Regierungsführung.
Ich zitiere: „Wir jungen Menschen fordern Strom und Wasser. Wir fordern unsere Meinungsfreiheit. Wir sind gegen Machtmissbrauch, gegen Korruption, gegen die Missachtung der Menschenrechte und gegen andere Bedrohungen, denen die Madagassen ausgesetzt sind“ und „Madagaskar verdient ein besseres Leben, ein weitaus besseres als das derzeitige. Denn derzeit sind wir nur arme Menschen, die auf Reichtümern sitzen. Es ist an der Zeit, aufzustehen“ erklären sie.
Die neuesten Zahlen zeigen, dass 43,1 % der Kinder im Grundschulalter keine Schule besuchen. In diesem Sinne schrieb Hemerson Andrianetrazafy: „Verzichten Sie nicht auf Bildung! Es ist nun erwiesen, dass Madagaskar einen kulturellen Niedergang erlebt, weil wir es nicht geschafft haben, würdige Bürger hervorzubringen.“
Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten. Seit Beginn der von der Online-Bewegung GenZ ins Leben gerufenen Bewegung wurden mindestens 22 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Alle seit langem bestehenden Missstände der Gesellschaft sind an die Oberfläche gekommen, und es zeichnet sich eine echte Infragestellung des derzeitigen soziopolitischen Systems ab. Die Art und Weise der Regierungsführung und das Ausbleiben konkreter Ergebnisse der derzeitigen Machthaber werden von allen Schichten der Gesellschaft kritisiert.
Eine Lösung ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht, da der korrupte Präsident sich an seinen Sitz klammert. Er hat auch die Gendarmerie und eine Privatmiliz auf seiner Seite.
………………………………. Voahangy Hartmann, persönliche Einschätzung
